Universität oder Hochschule für Angewandte Wissenschaften (HAW)


Universitäten legen im Allgemeinen besonderen Wert auf die theoretischen Grundlagen des Faches und bereiten mit und neben der breiten Grundausbildung auf die vertiefte Auseinandersetzung mit einem Spezialgebiet im Masterstudium und in der Promotion vor. Der typische HAW-Studiengang vermittelt neben den theoretischen Grundlagen Kenntnisse und Fertigkeiten über die praktische Anwendung. Dabei lernt man z.B. wie Geräte und Anlagen aufgebaut sind, wie sie funktionieren und was sie leisten. Die meisten Hochschulen für Angewandte Wissenschaften bieten eine Praxisphase oder ein Praxissemester an. Eine steigende Zahl von HAW arbeitet mit Universitäten im Bereich Promotionen zusammen. Dabei können Teile der Doktorarbeit in einer Zusammenarbeit von Forschungsgruppen aus beiden Hochschularten, häufig unter Einbeziehung industriepraktischer Fragestellungen, entstehen.

Hochschule für Angewandte Wissenschaften (HAW)

Die Aufgaben einer Hochschule für Angewandte Wissenschaften (HAW) sind Lehre und Forschung auf wissenschaftlicher Grundlage mit einem besonderen Anwendungsbezug. Fachhochschule (FH) ist eine weitere verwendete Bezeichnung für diesen Hochschultyp. Die Forschungs- und Vertiefungsangebote einer HAW beziehen sich daher meist auf ausgewählte, praxisorientierte Fragestellungen. Ihre Hochschullehrkräfte verfügen über einschlägige berufspraktische Erfahrungen und geben diese an die Studierenden weiter. Häufig ist ein volles berufspraktisches Semester oder eine Praxisphase in das Studium einbezogen. Diesem Studiengangsprofil entsprechend befähigt der Bachelorabschluss als erster Abschluss im Studium zum Einstieg in den Beruf.

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Duales und berufsbegleitendes Studium

Alternativ zum klassischen Chemiestudium bieten einige Hochschulen auch duale Studiengänge an. Diese verknüpfen ein wissenschaftliches Studium an einer Hochschule mit einer Berufsausbildung bzw. einer Mitarbeit in einem Unternehmen. Studierende können so ihr Wissen direkt in die Praxis umzusetzen. Das duale Studium dauert in der Regel acht Semester und kann entweder ausbildungsintegriert oder praxisintegriert absolviert werden.

Beim ausbildungsintegrierten dualen Studium werden ein Studium mit Bachelorabschluss und eine Ausbildung mit berufsqualifiziertem Abschluss kombiniert. Während des Studiums wird die Ausbildung tage- oder blockweise im Unternehmen absolviert und die Studierenden erhalten einen Ausbildungslohn. Voraussetzung für dieses duale Studium ist die Hochschulreife. Außerdem wird zusätzlich ein abgeschlossener Ausbildungsvertrag mit einem Unternehmen vorausgesetzt.

Das praxisintegrierte duale Studium verbindet ein Bachelorstudium mit integrierten Praxisphasen. Während der vorlesungsfreien Zeit arbeitet die Studierenden in einem Unternehmen. Dafür bekommen sie eine Vergütung, jedoch keinen Abschluss einer Berufsausbildung. Zulassungsvoraussetzungen für dieses duale Studium sind die Hochschulreife und ein Arbeits- oder Praktikumsvertrag mit einem Unternehmen.

Das berufsbegleitende Studium dient der akademischen Weiterbildung und richtet sich an bereits qualifizierte Berufstätige. Das Studium wird neben einer Vollzeitberufstätigkeit, hauptsächlich im Selbststudium, mit Begleitseminaren absolviert. Arbeitgeber*innen können z.B. das Studium durch die Freistellung von der Arbeit unterstützen. Die Zulassung zu einem berufsbegleitenden Bachelorstudium erfordert eine abgeschlossene chemiespezifische Berufsausbildung, beispielsweise als Chemisch-Technische*r Assistent*in, Chemie-Laborant*in oder Chemikant*in und teils auch eine mehrjährige Berufserfahrung nach der Ausbildung. Der Abschluss des berufsbegleitenden Bachelor-Studiengangs berechtigt zur Aufnahme eines Masterstudiengangs und danach möglicherweise einer Promotion.

Einen Überblick über duale oder berufsbegleitende Studiengänge gibt es auf www.ausbildungplus.de.

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