Wasserchemie

Wasser, auch „blue gold“ des 21. Jahrhundert genannt, gilt als einer der wichtigsten globalen Rohstoffe. Trinkwasser ist unser wichtigstes Lebensmittel, der Mensch besteht zu über 50 Prozent aus Wasser, Wasser ist ein wichtiger Roh- und Betriebsstoff der Technik.

Die Beschäftigung mit dem Wasser umfasst sehr viele verschiedene Aspekte. Der Begriff "Wasserchemie" kann diese Vielfalt nur unvollkommen beschreiben.

Wasserchemiker fragen nach Reaktionen und den Auswirkungen, nach Herkunft und Beschaffenheit der unterschiedlichen Wassertypen, wie unter- und oberirdisches Grundwasser, Quellwasser, Mineral- und Thermalwasser. Sie erforschen das Wasser in Regen, Flüssen, Seen, Talsperren oder im Meer.

Sie befassen sich mit allen Bereichen des Wasserkreislaufs sowie den chemischen Eigenschaften des Wassers, seinen Inhaltsstoffen und mit den Umwandlungen im oder durch das Wasser sowie mit dem Stoffhaushalt der Gewässer. Dabei beschäftigen sie sich mit der Methodik der Wasseruntersuchung. Um die Vergleichbarkeit der Ergebnisse sicherzustellen, entwickelt, verbessert und vereinheitlicht der Wasserchemiker Analyseverfahren.

Ein wichtiges Tätigkeitsfeld ist die Trinkwasseraufbereitung. Aus Grundwasser müssen meist Eisen(II), Mangan(II) und Ammonium eliminiert werden, aus See- und Talsperrenwasser sind Algen und sonstige Schwebstoffe zu entfernen und letztlich darf das Wasser gegenüber Werkstoffen nicht "aggressiv" sein.

Schnell wird aus Trinkwasser Abwasser. Heute befassen sich Wasserchemiker, die auf diesem Sektor tätig sind, hauptsächlich mit "Einzelsubstanzen": Süßstoffe, Arzneimittel, Kontrastmittel aus der medizinischen Diagnostik, Pestizide und viele andere Substanzen. Natürlich begnügen sich die Chemiker nicht mit der Analytik, sondern versuchen Wege aufzuzeigen, wie man die Belastung unserer Gewässer reduzieren kann.

Moderne industrielle Produktion und Energieversorgung sind ohne Wasser kaum vorstellbar. Für die Betreiber von Großkraftwerken ist Wasser nach dem Brennstoff gleich die zweitwichtigste Ressource für den Betrieb des Wasser-Dampf-Kreislaufs. Und die dortigen Qualitätsanforderungen übersteigen ähnlich wie in der modernen Chipproduktion die des Trinkwassers bei weitem.

In den letzten Jahren haben das Wasserfach und speziell die Wasserchemie weiter an Bedeutung gewonnen. Der Gewässerschutz gehört heute zu den gesellschaftspolitischen Leitzielen. So kommt es, dass es heute an vielen Hochschulen angebotene Lehrveranstaltungen und Forschungsmöglichkeiten gibt.

Wasserchemische Inhalte finden sich dabei nicht nur als Vertiefungsmöglichkeit in einigen Chemie-Studiengängen, sondern auch in systemorientierten naturwissenschaftlichen Studiengängen wie Geoökologie oder Water Science sowie in einschlägigen Ingenieurstudiengängen mit Schwerpunktbildung im Bereich Wassertechnologie. Einen allgemeingültigen Lehrplan in Wasserchemie gibt es allerdings nicht.

Eine Zusammenstellung entsprechender Studiengänge mit Angabe der jeweiligen Webseite befindet sich in Kürze auf der Homepage der Wasserchemischen Gesellschaft.

Es ist kaum möglich, alle Berufszweige aufzuführen, die sich mit dem Wasser befassen. Wasserfachleute arbeiten beispielsweise an Hochschulen und Forschungszentren, an staatlichen und kommunalen Instituten und Ämtern, bei wasserfachlichen Verbänden und Wasserversorgungsunternehmen. Wasserexperten werden in Energieversorgungsunternehmen, bei Wasser- und Bodenverbänden, staatlichen oder privaten Untersuchungsinstituten und nicht zuletzt in Industriebetrieben oder Ingenieurbüros gesucht.

Wasserfachleute entwickeln "Wärmelastpläne" für die Kühlwasserentnahme aus Flüssen, Hydrogeologen und Meteorologen berechnen aus den mittleren Niederschlägen die Grundwasserneubildung. Die Hygieniker befassen sich mit dem Thema "Wasser und Gesundheit". Auch der Wasserverbrauch der Landwirtschaft ist streng reglementiert. Was in Hallenbädern und an Badestränden passiert, unterliegt ebenfalls der Kontrolle.

Sie bearbeiten die Verwendung und Aufbereitung der verschiedenen Rohwässer zur Nutzung als Trink-, Prozess-, Bade-, Mineral- und Heilwasser und beschäftigen sich mit der Behandlung genutzter Wässer vor Rückführung in den natürlichen Kreislauf.

Manchmal ist es wirklich verblüffend, an welchen Stellen Wasser in erheblichem Umfang eine Rolle spielt. Zunehmend befassen sich die Wasserchemiker mit globalen Fragestellungen: Welche Wassermengen werden während der Produktion von Handelsgütern verbraucht? Welches Schicksal erleiden Korallenriffe, wenn der pH-Wert des Meerwassers durch den zunehmenden Einfluss von CO2 sinkt? Welche Auswirkungen hat der Klimawandel auf die Versorgung der Bevölkerung mit Trinkwasser? Nicht jeder, der sich solche Sorgen macht, ist Wasserchemiker, aber er ist auf alle Fälle in dem Fachgebiet willkommen.

Fach

Wasser, auch „blue gold“ des 21. Jahrhundert genannt, gilt als einer der wichtigsten globalen Rohstoffe. Trinkwasser ist unser wichtigstes Lebensmittel, der Mensch besteht zu über 50 Prozent aus Wasser, Wasser ist ein wichtiger Roh- und Betriebsstoff der Technik.

Die Beschäftigung mit dem Wasser umfasst sehr viele verschiedene Aspekte. Der Begriff "Wasserchemie" kann diese Vielfalt nur unvollkommen beschreiben.

Wasserchemiker fragen nach Reaktionen und den Auswirkungen, nach Herkunft und Beschaffenheit der unterschiedlichen Wassertypen, wie unter- und oberirdisches Grundwasser, Quellwasser, Mineral- und Thermalwasser. Sie erforschen das Wasser in Regen, Flüssen, Seen, Talsperren oder im Meer.

Sie befassen sich mit allen Bereichen des Wasserkreislaufs sowie den chemischen Eigenschaften des Wassers, seinen Inhaltsstoffen und mit den Umwandlungen im oder durch das Wasser sowie mit dem Stoffhaushalt der Gewässer. Dabei beschäftigen sie sich mit der Methodik der Wasseruntersuchung. Um die Vergleichbarkeit der Ergebnisse sicherzustellen, entwickelt, verbessert und vereinheitlicht der Wasserchemiker Analyseverfahren.

Ein wichtiges Tätigkeitsfeld ist die Trinkwasseraufbereitung. Aus Grundwasser müssen meist Eisen(II), Mangan(II) und Ammonium eliminiert werden, aus See- und Talsperrenwasser sind Algen und sonstige Schwebstoffe zu entfernen und letztlich darf das Wasser gegenüber Werkstoffen nicht "aggressiv" sein.

Schnell wird aus Trinkwasser Abwasser. Heute befassen sich Wasserchemiker, die auf diesem Sektor tätig sind, hauptsächlich mit "Einzelsubstanzen": Süßstoffe, Arzneimittel, Kontrastmittel aus der medizinischen Diagnostik, Pestizide und viele andere Substanzen. Natürlich begnügen sich die Chemiker nicht mit der Analytik, sondern versuchen Wege aufzuzeigen, wie man die Belastung unserer Gewässer reduzieren kann.

Moderne industrielle Produktion und Energieversorgung sind ohne Wasser kaum vorstellbar. Für die Betreiber von Großkraftwerken ist Wasser nach dem Brennstoff gleich die zweitwichtigste Ressource für den Betrieb des Wasser-Dampf-Kreislaufs. Und die dortigen Qualitätsanforderungen übersteigen ähnlich wie in der modernen Chipproduktion die des Trinkwassers bei weitem.

Studium

In den letzten Jahren haben das Wasserfach und speziell die Wasserchemie weiter an Bedeutung gewonnen. Der Gewässerschutz gehört heute zu den gesellschaftspolitischen Leitzielen. So kommt es, dass es heute an vielen Hochschulen angebotene Lehrveranstaltungen und Forschungsmöglichkeiten gibt.

Wasserchemische Inhalte finden sich dabei nicht nur als Vertiefungsmöglichkeit in einigen Chemie-Studiengängen, sondern auch in systemorientierten naturwissenschaftlichen Studiengängen wie Geoökologie oder Water Science sowie in einschlägigen Ingenieurstudiengängen mit Schwerpunktbildung im Bereich Wassertechnologie. Einen allgemeingültigen Lehrplan in Wasserchemie gibt es allerdings nicht.

Eine Zusammenstellung entsprechender Studiengänge mit Angabe der jeweiligen Webseite befindet sich in Kürze auf der Homepage der Wasserchemischen Gesellschaft.

Beruf

Es ist kaum möglich, alle Berufszweige aufzuführen, die sich mit dem Wasser befassen. Wasserfachleute arbeiten beispielsweise an Hochschulen und Forschungszentren, an staatlichen und kommunalen Instituten und Ämtern, bei wasserfachlichen Verbänden und Wasserversorgungsunternehmen. Wasserexperten werden in Energieversorgungsunternehmen, bei Wasser- und Bodenverbänden, staatlichen oder privaten Untersuchungsinstituten und nicht zuletzt in Industriebetrieben oder Ingenieurbüros gesucht.

Wasserfachleute entwickeln "Wärmelastpläne" für die Kühlwasserentnahme aus Flüssen, Hydrogeologen und Meteorologen berechnen aus den mittleren Niederschlägen die Grundwasserneubildung. Die Hygieniker befassen sich mit dem Thema "Wasser und Gesundheit". Auch der Wasserverbrauch der Landwirtschaft ist streng reglementiert. Was in Hallenbädern und an Badestränden passiert, unterliegt ebenfalls der Kontrolle.

Sie bearbeiten die Verwendung und Aufbereitung der verschiedenen Rohwässer zur Nutzung als Trink-, Prozess-, Bade-, Mineral- und Heilwasser und beschäftigen sich mit der Behandlung genutzter Wässer vor Rückführung in den natürlichen Kreislauf.

Manchmal ist es wirklich verblüffend, an welchen Stellen Wasser in erheblichem Umfang eine Rolle spielt. Zunehmend befassen sich die Wasserchemiker mit globalen Fragestellungen: Welche Wassermengen werden während der Produktion von Handelsgütern verbraucht? Welches Schicksal erleiden Korallenriffe, wenn der pH-Wert des Meerwassers durch den zunehmenden Einfluss von CO2 sinkt? Welche Auswirkungen hat der Klimawandel auf die Versorgung der Bevölkerung mit Trinkwasser? Nicht jeder, der sich solche Sorgen macht, ist Wasserchemiker, aber er ist auf alle Fälle in dem Fachgebiet willkommen.

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