Chemie studieren


Das Chemiestudium vermittelt theoretische und praktische Kenntnisse in allen wichtigen chemischen Teildisziplinen. Als Studierender gewinnt man einen Überblick über die Zusammenhänge in der Chemie und weiteren Naturwissenschaften. Man lernt, wissenschaftliche Fragestellungen zu formulieren und wird an selbständiges Arbeiten herangeführt. In Vorlesungen, Übungen und Seminaren geht es um die Theorie, beim Arbeiten im Labor setzt man die Theorie in die Praxis um. Studierende führen selbst Experimente durch, analysieren ihre Ergebnisse mit modernen Apparaten und lernen den sicheren Umgang mit Chemikalien. Ein Vorpraktikum oder eine berufliche Ausbildung sind keine Voraussetzung für das Chemiestudium.

Eintrittskarte(n) für das Studium

Die formale Voraussetzung für das Chemiestudium ist die Hochschulreife. Ein Vorpraktikum oder eine berufliche Ausbildung vor Aufnahme des Studiums sind nicht erforderlich. Inzwischen gibt es in allen Bundesländern auch für beruflich Qualifizierte die Möglichkeit, zum Studium zugelassen zu werden. Die exakten Zulassungsvoraussetzungen variieren in den einzelnen Bundesländern und an den verschiedenen Hochschulen. Zurzeit kann man an mehr als 80 Hochschulen in Deutschland ein Chemiestudium beginnen. Bewerbungen um die Zulassung zum Studiengang sind direkt an die Hochschulen zu richten. An vielen Orten kann man allerdings nur im Wintersemester anfangen. In jedem Fall sollte man bei den Hochschulen der engeren Wahl direkt aktuelle Informationen anfordern.

Was sollte man noch mitbringen?

Spaß an der Chemie und eine wache Neugierde an den Geheimnissen der Natur und unseres Alltags sollte man in jedem Fall mitbringen, wenn man Chemie studieren wollen. Wichtig sind grundlegende Kenntnisse in Physik, Mathematik und, je nach Schwerpunktwahl, auch in Biologie. Auch Englischkenntnisse sollten vorhanden sein, da ein Großteil der Fachliteratur in Englisch abgefasst ist.

Eine Portion Durchhaltevermögen hilft, um längere Labortage zu bewältigen. Freude am Experimentieren ist ebenfalls eine gute Voraussetzung, denn schon während des Studiums verbringen man viel Zeit im Labor. All diese Mühe wird aber mehr als aufgewogen durch die Beschäftigung mit faszinierenden Phänomenen und das immer bessere Verstehen dessen, was um uns herum passiert. Durch diese Erkenntnisse ist man später als Chemiker zusammen mit anderen Naturwissenschaftlern in der Lage, Lösungen zu den aktuellen Bedürfnissen unserer Gesellschaft zu finden, z. B. was die Energieversorgung betrifft.

Die Erfahrungsberichte geben einen ersten Eindruck, was einen beim Studienbeginn, bei der Promotion oder beim Berufseinstieg erwartet.

Wie findet man eine Hochschule?

Mit der Einführung der Bachelor- und Master-Studiengänge sind viele neue Studienangebote in der Chemie und in angrenzenden Gebieten entstanden, z. B. Material Science, Molecular Science, Nanowissenschaften. Diese Studiengänge sind zum Teil Fachbereichen außerhalb Chemie zugeordnet. Umfangreiche Informationen über die Studiengänge in Deutschland finden sich auf www.hochschulkompass.de. Auch hier wieder der Tipp: Am besten direkt die Fachbereiche der Hochschulen kontaktieren, die in Frage kommen.

Eine Übersicht über mögliche Fachrichtungen im Studium findet sich hier.

Abschlüsse

Der Diplom-Studiengang Chemie ist inzwischen durch Bachelor- und Master-Studiengänge ersetzt worden. Der erste akademische Abschluss, der Bachelor of Science (BSc) wird nach sechs bis acht Semestern erreicht. Danach tritt man in das Berufsleben oder schließen ein zwei bis viersemestriges Masterstudium an, das mit dem Master of Science (MSc) abgeschlossen wird. Die Länge der Studiengänge ist unter anderem davon abhängig, ob man an einer Universität oder einer Hochschule für Angewandte Wissenschaften (HAW) studiert.

Nach dem Master kann man eine Doktorarbeit (Promotion) beginnen und damit den Titel Dr. rer. nat. (doctor rerum naturalium; Doktor der Naturwissenschaften) anstreben. Die Doktorarbeit ist eine Forschungsarbeit, in der eigenständig an neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen geforscht wird. Sie wird an Universitäten sowie an Forschungsinstituten oder Fachhochschulen in Kooperation mit Universitäten durchgeführt und dauert durchschnittlich drei Jahre.

Weitere Infos zu BSc, MSc und Dr.

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