Elisabeth Moshake, Studentin Uni

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B.Sc. Elisabeth Moshake                  
Master-Studentin, Universität

Lebenslauf
2011Abitur
2011-2015Bachelor-Studium Wirtschaftschemie, Christian-Albrechts-Universität zu Kiel
2014Auslandssemester in Nantes, Frankreich
seit 2015Master-Studium Wirtschaftschemie, Christian-Albrechts-Universität zu Kiel

sonstige Tätigkeiten & Erfahrungen
Forschungspraktikum mit RISE weltweit in Kolumbien; Praktikum im Bereich M&A, Unternehmensstrategie (Altana, Wesel); Gründung des Vereins WiChem Kiel e.V.; Mitglied im Bundesvorstand von JuWiChem (Untergruppe der VCW)

Wo sind Sie vor Ihrem Studium mit der Chemie in Berührung gekommen?
Warum haben Sie sich dazu entschieden, Chemie zu studieren?
Gab es andere Wunsch-Studienfächer?
Ich habe an einem Chemie-Schnupperstudium teilgenommen und hatte Spaß am Experimentieren im Labor. Jedoch haben mich die langen Zeiten im Labor sehr abgeschreckt. Bei Wirtschaftschemie hingegen waren die Laborpraktika zwar auch vorgesehen, jedoch nicht so viele, denn in der Zeit durfte man BWL-Module belegen.
Chemie ist allgegenwärtig,  und man kann so viele Dinge damit erklären, wenn man die Chemie verstanden hat. Diese Faszination und die Neugier haben mich zum Chemie-Studium gebracht.
Als Alternative habe ich mich auch auf Biochemie beworben.

Wo haben Sie Informationen über Universitäten und andere Aspekte bezüglich des Studiums gesucht und gefunden? Welche Kriterien haben Sie bei der Auswahl der Universität betrachtet?
Informationen habe ich hauptsächlich im Internet gesucht. Für Wirtschaftschemie gibt es nur fünf Optionen. Ich wollte von Anfang an BWL und Chemie lernen und auch gerne Praxiserfahrung sammeln. Außerdem habe ich das ZEIT-Hochschulranking herangezogen. Mir war vor allem die Bewertung der Hochschule für Chemie wichtig, da es mir wichtig war, Chemie von der "Pike" auf zu lernen. BWL kann man immer noch durch Weiterbildungsmaßnahmen lernen. Das Verständnis für Chemie braucht seine Zeit.

Was war die größte Herausforderung in den ersten Semestern?
Wie lief ein typischer Tag im Chemiestudium ab?
Als Herausforderung stellte sich vor allem die Arbeit im Labor heraus. Alles andere war auch neu und ich musste mich zunächst an die neue Situation gewöhnen: selbstverantwortliches Lernen und Entscheiden, wann man welche Prüfung machen möchte. Typischerweise hatten wir morgens Vorlesungen, sei es Chemie oder BWL. Je nach Semester waren dann ein bis drei Nachmittage in der Woche Laborpraktika. Ansonsten BWL-Übungen, bei welchen die Anwesenheit aber nicht Pflicht war. Ganz wichtig waren das gemeinsame Mittagessen mit den Kommilitonen in der Mensa und das gemeinsame Warten zwischen verschiedenen Veranstaltungen.

Welche Schwerpunkte haben Sie in Ihrem Studium  gesetzt und warum? Was gefiel Ihnen besonders gut?
Ich habe freiwillig die Fortgeschrittenen-Praktika in organischer und physikalischer Chemie gewählt, da ich gemerkt habe, dass ich bei der Arbeit im Labor sehr viel mehr lerne, als bei einer Vorlesung. Die Vorbereitung auf die Versuche war zwar anstrengend und zeitintensiv, aber ich habe die Materie viel besser verstanden. Man konnte sich dabei auf einen Teil konzentrieren und in den Kolloquien wurde das Verständnis und nicht das Auswendiglernen abgeprüft. Im Endeffekt habe ich meine Bachelorarbeit in der physikalischen Chemie geschrieben, da es nicht nur um Synthese, sondern auch um Charakterisierung der Eigenschaften ging.

Welche Zusatzqualifikation erachten Sie als wichtig? (Auslandserfahrung, Weiterbildung…)
Sehr wichtig für mich sind die Qualifikationen, die man nicht direkt in der Vorlesung erwirbt. Dazu zählen vor allem Teamarbeit, Umgang mit Niederlagen, Präsentationsfähigkeit und Kommunikation. Dies kann man vor allem bei sozialem Engagement oder Teamsport erlernen. Durch Aufenthalte im Ausland habe ich mich selbst besser kennengelernt, meine Kenntnisse in Fremdsprachen erweitert (zu sprechen und meine Kommunikation mit anderen verbessert). Sehr wichtig ist Englisch: Ohne diese Sprache kommt man weder an der Uni noch in der Chemieindustrie sehr weit.

Sie haben nach Ihrem Bachelorabschluss direkt mit dem Master begonnen. Mit welchen Vorstellungen/Wünschen war  dieser Schritt verbunden?
Ich habe nach dem Bachelor, wie üblich, direkt mit dem Master weiter gemacht. Ich habe mir erhofft, durch die Wahlmöglichkeiten in der BWL - die es im Bachelor nicht gab - herauszufinden, was ich gerne machen möchte. Im Nachhinein wäre ein Gap-Year die ideale Möglichkeit gewesen, weitere praktische Erfahrungen zu sammeln und dies zu erkunden. Jedoch war mir diese Option unbekannt.

Was sind nach Abschluss Ihres Studiums die nächsten Laufbahnschritte?
Momentan bin ich mir noch nicht sicher. Auf lange Sicht möchte ich gerne in der chemischen Industrie arbeiten, jedoch nicht im Labor. Wohin es mich dann aber verschlägt, bleibt offen.

Welche Tipps geben Sie Studienanfängern für ihren Start mit auf den Weg?
Man sollte stets Spaß haben, bei dem was man tut, und sich nicht zu stark auf Noten und Regelstudienzeit konzentrieren. Natürlich ist dies auch wichtig, jedoch sind die Erfahrungen, die man während dieser Zeit sammelt, noch wichtiger. Der Blick über den Tellerrand hinaus, sei es ein Auslandsaufenthalt, ein Praktikum in der Industrie, die Teilnahme an einem Workshop oder einer Konferenz, das Engagement jeglicher Art, ist das, was die eigene Persönlichkeit ausmacht. Während des Studiums kann man ausprobieren und hat Zeit herauszufinden, wer man selbst ist und was man möchte. Nutzt diese Chance!

Marco Wietzoreck, Student HAW

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Marco Wietzoreck
Bachelor-Student, HAW

Lebenslauf
2012Abitur
2012-2016Bachelorstudium „Angewandte Chemie“ (HS Fresenius, Idstein), Bachelorarbeit beim Bundeskriminalamt in Wiesbaden, Berufspraktisches 5. Semester: Praktikum am Institut Charles Sadron, Straßburg

sonstige Tätigkeiten & Erfahrungen
ehrenamtliche Mitarbeit im Oxfam Shop Frankfurt

Wo sind Sie vor Ihrem Studium mit der Chemie in Berührung gekommen?
Warum haben Sie sich dazu entschieden, Chemie zu studieren?
Gab es andere Wunsch-Studienfächer?
Dadurch, dass mein Vater in der Chemiebranche arbeitet, bin ich schon sehr früh mit der Chemie in Kontakt gekommen. Schon als er mich das erste Mal mit zu seinem Arbeitsplatz nahm, war ich begeistert. Diese Begeisterung war auch mit dem Beginn des Chemieunterrichts in der Schule ungebrochen. Natürlich hatte dabei mein Chemielehrer, den ich später in der Oberstufe im Chemieleistungskurs wiedertraf, einen großen Anteil. Die Entscheidung Chemie als Leistungskurs zu nehmen, war für mich fast selbstverständlich. Zum einen hatten mir auch meine beiden Schulpraktika, die ich in Chemieunternehmen absolvierte, großen Spaß gemacht. Zum anderen fiel mir der Chemieunterricht von Anfang an vergleichsweise leicht. Durch meine Leidenschaft für Chemie und der guten Berufsperspektiven war das Chemiestudium mein einziges Wunsch-Studienfach.

Wo haben Sie Informationen über Hochschulen und andere Aspekte bezüglich des Studiums gesucht und gefunden? Welche Kriterien haben Sie bei der Auswahl der Hochschule betrachtet? Welche Vorteile sehen Sie bei einem Studium an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften?
Natürlich hat man sich viel über das Internet informiert. Am hilfreichsten für mich waren die Schnuppertage an den Universitäten und Hochschulen. Dabei konnte man einzelne Vorlesungen besuchen und mit Dozenten sowie Studenten reden. Dabei waren für mich die Lerninhalte sowie die Studienbedingungen von Bedeutung. Der persönliche Kontakt zu den Dozenten, die auch individuell auf Fragen eingehen können, ist dabei ein großer Vorteil. Desweiteren bieten Fachhochschulen wie die Hochschule Fresenius meist einen größeren Praxisbezug mit zahlreichen Praktika, die eine gute Vorbereitung für das spätere Berufsleben bieten.

Was war die größte Herausforderung in den ersten Semestern?
Wie lief ein typischer Tag im Chemiestudium ab?
Das erste Semester war vom Schwierigkeitsgrad noch etwas geringer als die nachfolgenden Semester, da ich durch den Chemie-Leistungskurs in vielen Themen schon Vorwissen hatte und im ersten Semester alle Studenten auf den selben Wissenstand gebracht werden sollten. Dabei war ein regelmäßiger Nebenjob zur Finanzierung des Studiums relativ problemlos möglich. Der Zeitaufwand wurde jedoch mit Fortschreiten des Studiums größer. Ein typischer Tag im Chemiestudium fing mit dem Besuch der Vorlesungen an, bei denen außerdem Aufgaben und Übungen gemacht werden mussten. Dazu kamen an manchen Tagen noch die zahlreichen Praktika. Dabei mussten zu den Versuchen im Labor auch Protokolle geschrieben werden, was dann Abende und Wochenende mit Arbeit füllte.

Welche Schwerpunkte haben Sie in Ihrem Studium gesetzt und warum?
Der Schwerpunkt des Studiengangs Angewandte Chemie an der Hochschule Fresenius liegt auf der analytischen Chemie. Das geht sogar bis zu einem der Gründungsväter, dem analytischen Chemiker Carl Remigius Fresenius, zurück. Durch die Auswahl meines Praktikumsplatzes im 5. Semester und meiner Bachelorarbeit habe ich meinen Schwerpunkt im Bereich Forschung gesetzt. Dabei lag das Augenmerk bei der Forschung und Analytik von polymeren Materialien, da ich in diesen Feldern viele Entwicklungsmöglichkeiten sehe und es mir großen Spaß macht.

Welche Zusatzqualifikation erachten Sie als wichtig?
Ich würde sagen, keine Zusatzqualifikation schadet! Dabei sollte man jede Chance nutzen. Eine weitere Sprache neben Englisch zu erlernen finde ich sehr sinnvoll. Das kann einem auch privat weiterhelfen und später bereuen es viele, es nicht gemacht zu haben. Außerdem konnten wir an einem Training zur Ausbildung zum internen Auditor teilnehmen. Solche Kurse werden auch von Arbeitgebern gerne gesehen. Weitere Zusatzqualifikationen und Soft Skills erlernt man automatisch während des Studiums und im Auslandssemester. In den Praktika sind Teamfähigkeit und Durchhaltevermögen essentiell. In den höheren Semestern wird durch zahlreiche Vorträge das selbstbewusste Präsentieren geübt.

Wie sehen Ihre weiteren Laufbahnschritte nach Abschluss des Bachelors aus?
Ich habe mich bereits für den Masterstudiengang "Bio- and Pharmaceutical Analysis" an der Hochschule Fresenius in Idstein eingeschrieben. Durch den achtsemestrigen Bachelor, kann ich den Master in zwei Semestern machen. Dabei kann ich mein Interesse an analytischer Chemie weiter vertiefen. Für die weitere Zukunft, ob ich promoviere oder anfange zu arbeiten, habe ich mich noch nicht festgelegt. Beides hat seine Reize.

Welche Tipps geben Sie Studienanfängern für ihren Start mit auf den Weg?
Der wichtigste Tipp ist, dass man wirklich das studieren sollte, was einem Spaß macht. Ich bin der Meinung, dass die meisten Studiengänge vor allem in den Naturwissenschaften nur zu schaffen sind, wenn man sich dafür interessiert. Außerdem ist es hilfreich, das Studium von Anfang an ernst zu nehmen. Dabei hilft es meiner Meinung nach ungemein, wenn man in der Vorlesung anwesend ist. Dabei lernt man oft viel mehr und schneller, als wenn man versucht, es sich zu Hause selbst anzueignen. Außerdem sollte man auch in stressigen Phasen nicht das Handtuch werfen. Dabei ist Gruppenarbeit eine große Hilfe. Zusammen schafft man es dann sogar einen ganzen Tag am Stück zu lernen oder Protokolle auf den letzten Drücker über Nacht noch fertig zu bekommen. Unter Berücksichtigung der Nerven und des gesunden Schlafs empfehle ich jedoch immer rechtzeitig mit Lernen und Schreiben der Protokolle anzufangen!

Thomas Cornehl, Berufseinsteiger

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B.Sc. Thomas Cornehl
berufstätig (Studium nach Ausbildung)

Lebenslauf
2002Fachhochschulreife
2002-2005Ausbildung zum Chemieloborant (Analytis, Wesseling)
2005-2011Chemielaborant (Eurofins Umwelt West, Wesseling)
2011-2014Wirtschaftschemie-Studium (HS Fresenius, Idstein), Abschluss: Bachelor of Science
seit 2014Vertriebsingenieur (Deutsche Metrohm, Filderstadt  

sonstige Tätigkeiten & Erfahrungen
Masterkurs für den fortgeschrittenen GC-MS-Anwender, TOPSIM-General Management, DFB-Trainer (C-Lizenz)

Wo sind Sie vor Ihrem Studium mit der Chemie in Berührung gekommen?
Warum haben Sie sich dazu entschieden, Chemie zu studieren?
Gab es andere Wunsch-Studienfächer?
Der Schwerpunkt sowie die Begeisterung lagen schon während der Schullaufbahn bei den naturwissenschaftlichen Fächern, insbesondere bei der Chemie.
Die Grundlage und die ersten vertiefenden Berührungen mit der Chemie basieren auf einer fundierten Ausbildung zum Chemielaborant, gefolgt von einer Anstellung im Bereich der Umweltanalytik. Immer wieder bin ich dabei auf Phänomene gestoßen, deren Erfassung sowohl auf theoretischer als auch auf erforschender Basis mein Interesse geweckt und den Drang in mir ausgelöst haben, mich noch intensiver, in Form eines Studiums, mit der Chemie auseinander setzen zu wollen.

Wo haben Sie Informationen über Hochschulen und andere Aspekte bezüglich des Studiums gesucht und gefunden? Welche Kriterien haben Sie bei der Auswahl der Hochschule betrachtet? Welche Vorteile sehen Sie bei einem Studium an der Fachhochschule?
Die Informationen zum Studium wurden überwiegend über soziale Medien eingeholt und für mich stand nach dem persönlichem Gespräch und der Vorstellung an der Hochschule Fresenius in Idstein ziemlich schnell fest, dass dies der richtige nächste Schritt ist. Durch die starke internationale Vernetzung der Hochschule in die Industrie und Wirtschaft wird die praxisnahe Lehre in den Fokus stellt, was sich im Modulaufbau widerspiegelt. Dies empfand ich als äußerst ansprechend in Zusammenhang mit dem informativen Austauschmöglichkeiten mit den Dozenten.

Was war die größte Herausforderung in den ersten Semestern?
Die größte Herausforderung war die Wiedereingliederung in den Lernprozess, nachdem der Abschluss der Ausbildung sieben Jahre zurücklag, insbesondere im Bereich der mathematischen Studieninhalte.

Welche Schwerpunkte haben Sie in Ihrem Studium  gesetzt und warum? Was gefiel Ihnen besonders gut?
Mit dem von der Hochschule Fresenius angebotenen Studiengang und Schwerpunkt Wirtschaftschemie sah ich für mich die Möglichkeit und Herausforderung, meine im Berufsfeld des Chemielaboranten erworbenen Fähig- und Fertigkeiten unter wissenschaftlichen und ökonomischen Aspekten auf theoretischer und praktischer Ebene zu vertiefen und zu erweitern, um im Arbeitsumfeld Vertrieb an der Schnittstelle von Wissenschaft und Ökonomie arbeiten zu können. Insbesondere das Modul „Business Case Studies“ empfand ich als äußerst spannende und hilfreiche Form der modernen praxisorientierten Lehre.

Was empfehlen Sie im Hinblick auf den Berufseinstieg? Welche Zusatzqualifikation erachten Sie als wichtig?
Selber habe ich keine Auslandserfahrung während meines Studiums genießen können, dennoch sehe ich den Aspekt der Internationalität beim Studiengang und das Interesse am interkulturellen Austausch von Wissen und Methodik als vorteilhaft an. Bezogen auf meine Person sah ich in der einen oder anderen Situation meinen vorangegangen beruflichen Werdegang als hilfreich an.

Wie sieht Ihr Arbeitsumfeld aus?
Ich bin technischer Vertriebsmitarbeiter für den Bereich Ionenchromatographie bei der Deutschen Metrohm Ionenanalytik GmbH & Co. KG in einer abwechslungsreichen und eigenverantwortlichen Tätigkeit mit den Schwerpunkten:
- Applikationsberatung,
- Gerätetechnische Beratung bei Neuanschaffungen und Systemerweiterungen,
- Präsentation und Verkauf von Ionenchromatographie-Systemen,
- Gerätevorführungen und Geräteeinweisungen,
- Kundenschulungen,
- Kontaktpflege/Freude an der Kommunikation mit den Kunden und
- Bereitschaft zur Übernahme von Umsatzverantwortung.

Welche Tipps geben Sie Studienanfängern für ihren Start mit auf den Weg?
Ich kann Studienanfängern nur mit auf den Weg geben, sich möglichst intensiv mit den Inhalten des Studiums auseinanderzusetzen und die Möglichkeiten, wie z.B. Kontakt zu Studierenden/Ehemaligen, Tag der offenen Tür und den Kontakt zu den Studiendekanen/Dozenten der Einrichtung usw., zu suchen und anzunehmen, um ein umfassendes Bild des Studiengangs mit Blick auf das spätere Tätigkeitsfeld zu bekommen. Durch die Module, Praktika und das Mitwirken in Projekten lernen Sie mögliche spätere Berufsbilder kennen, knüpfen Kontakte und haben so die Möglichkeit, schon während des Studiums Verbindungen zu möglichen potentiellen Arbeitgebern aufzunehmen.

André Augustin, Doktorand

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M.Sc. André Augustin
Doktorand, Universität

Lebenslauf
2007Abitur
2007-2008Zivildienst
2008-2012Bachelor-Studium Chemie, TU Freiberg
2012-2014Master-Studium Chemie, TU Freiberg
2014-2015Forschungsaufenthalt, University of Oxford (UK)
seit 2015Promotion, TU Braunschweig; Schwerpunkt: Organische Synthesemethoden

sonstige Tätigkeiten & Erfahrungen
Studentische Hilfskraft im Studienmarketing, Bibliothek, Tutor für organische Chemie; Mitglied im Fachschaftsrat; Bundessprecher im JungChemikerForum

Wo sind Sie vor Ihrem Studium mit der Chemie in Berührung gekommen?
Warum haben Sie sich dazu entschieden, Chemie zu studieren?
Gab es andere Wunsch-Studienfächer?
Meinen Wunsch Chemie zu studieren hegte ich schon frühzeitig. Bereits seit der neunten Klasse befasste ich mich auch außerhalb der Unterrichtszeit mit naturwissenschaftlichen Phänomenen und Experimenten, welche immer wieder Faszination und Begeisterung in mir auslösten. Durch Angebote wie dem Chemieclub Stöckhardt oder diverse Chemie-Olympiaden konnte ich schon während meiner Schulzeit Uniluft schnuppern und mein experimentelles Geschick ausprobieren. Spätestens mit Beginn der elften Klasse, dem Chemie-Leitungskurs und einer engagierten Chemie-Tutorin stand der Entschluss Chemie zu studieren fest.

Wo haben Sie Informationen über Universitäten und andere Aspekte bezüglich des Studiums gesucht und gefunden? Welche Kriterien haben Sie bei der Auswahl der Universität betrachtet?
Nicht nur die Studienwahl, sondern auch der richtige Studienort war schnell gefunden. Freiberg sollte es werden, eine kleine Technische Universität historisch durch die Entdeckung des Indiums (1863) und Germaniums (1886) mit der Chemie stark verbunden. Neben einer Campusuni im Grünen, einer sehr guten technischen Ausstattung und einer individuellen Betreuung war es vor allem die familiäre Atmosphäre, welche mich an die TU Bergakademie Freiberg zog. Zudem kannte ich die Universität von meinem zweiwöchigen Schülerpraktikum in der neunten Klasse und weiteren Besuchen, wie zum Tag der offenen Tür.
Glücklicherweise sahen das zwei meiner Mitschüler genauso, so dass wir gemeinsam die ersten Semester in Freiberg bestreiten konnten.  

Was war die größte Herausforderung in den ersten Semestern?
Wie lief ein typischer Tag im Chemiestudium ab?
Morgens – 7.00 Uhr – der Wecker klingelt. Nach einem kurzen Frühstück erwartet einen Chemie-Studenten um 8.00 Uhr die erste Vorlesung zum Thema Thermodynamik. Im Anschluss geht es direkt zum Seminar für organische Chemie – komplexe Reaktionsmechanismen aufklären. Danach ist der Kopf schon gut gefüllt, der Magen hingegen nicht und gemeinsam mit den Kommilitonen zieht es uns Richtung Mensa. Nach einer ausgiebigen Mittagspause und einem kurzen Austausch über die nächste Veranstaltung machen wir uns zusammen auf den Weg ins Labor zum Praktikum „Analytische Chemie“. Nach zahlreichen Titrationen zur Wasserhärtebestimmung von Flusswässern geht es gegen 17.00 Uhr nach Hause. Dort warten noch die entsprechenden Protokolle auf einen. Wenn die aber erledigt sind, heißt es endlich Feierabend.
So oder so ähnlich sah ein typischer Tag während meines Chemie-Studiums aus. Für mich war die größte Herausforderung, mich auf das Arbeitspensum einzustellen. Im Gegensatz zu Schulzeiten hat man vielmehr Freiheiten, wann man welche Aufgaben erledigt. Dies zu managen und die Selbstdisziplin zu haben, Protokolle zu schreiben anstatt ins Freibad zu gehen, war für mich die größte Herausforderung.

Welche Schwerpunkte haben Sie in Ihrem Studium/Promotion gesetzt und warum? Was gefiel Ihnen besonders gut?
Im Masterstudium habe ich meinen Schwerpunkt auf die organische Chemie gelegt, genauer auf den Bereich der organischen Synthese und chemischen Biologie. Der organischen Chemie bin ich bis heute treu geblieben, jedoch beschäftige ich mich nun während meiner Promotion mit der speziellen Reaktivität kleiner gespannter Ringsysteme und deren Anwendung in der Synthese.

Welche Zusatzqualifikation erachten Sie als wichtig? (Auslandserfahrung, Weiterbildung…)
Neben einer soliden Ausbildung in den einzelnen Disziplinen der Chemie erachte ich Englisch für eine wichtige Qualifikation. Spätestens im Master werden Literatur, Vorlesungen und der wissenschaftliche Austausch vorwiegend auf Englisch sein, so dass ein fortgeschrittenes Englisch-Niveau durchaus von Vorteil ist.
Aber auch Themen wie Projektmanagement, Selbstorganisation und -disziplin sind wichtige Grundpfeiler für ein Chemiestudium.

Sie haben nach Ihrem Masterabschluss nicht direkt mit der Promotion begonnen. Warum?  Mit welchen Vorstellungen/Wünschen war dieser Schritt verbunden?
Im Gegensatz zu vielen meiner Kommilitonen habe ich mich dagegen entschieden, nach meinem Abschluss sofort eine Promotion zu beginnen. Stattdessen zog es mich zunächst für zwei Monate nach Malta an eine Sprachschule. Dies bot mir die einmalige Kombination vom Studium etwas Abstand zu gewinnen und gleichzeitig mein Englisch etwas aufzubessern.
Danach habe ich mich erfolgreich auf ein Stipendium für einen Forschungsaufenthalt im Ausland beworben, sodass ich die nächsten Monate in Großbritannien an der University of Oxford verbrachte. Dies bot mir die Möglichkeit, mich sowohl wissenschaftlich als auch privat in einem neuem, ungewohnten Umfeld auszuprobieren. Während dieser Zeit reifte auch Entschluss zur Promotion nicht nach Freiberg zurückzukehren, sondern die nächsten drei Jahre in einem neuen Arbeitskreis zu verbringen.

Was sind nach Abschluss Ihrer Promotion die nächsten Laufbahnschritte?
Einen genauen Plan, wie es weiter geht, habe ich noch nicht. Ein PostDoc in Großbritannien oder den USA ist aber durchaus anvisiert. Bis dahin ist zum Glück noch etwas Zeit und vielleicht lockt nach der Promotion schon ein attraktives Jobangebot zu dem ich nicht Nein sagen kann.

Welche Tipps geben Sie Studienanfängern für ihren Start mit auf den Weg?
Ich glaube es ist wichtig, dass man sich schon vor dem Studienbeginn klar macht, was ein Studium, sei es Chemie oder eine andere Disziplin, bedeutet. Man sollte sich also genau überlegen, was man die nächsten fünf Jahre machen will. Wenn man Spaß daran hat, sich mit chemischen Fragenstellungen zu beschäftigen, Protokolle zu schreiben und abends auch mal etwas länger im Labor zu stehen, dann ist ein Chemiestudium bestimmt das Richtige.

Steve Waitschat, Doktorand

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M. Sc. Steve Waitschait
Doktorand

Lebenslauf
2006Abitur
2008-2013Bachelor-Studium Wirtschaftschemie, Christian-Albrechts Universität zu Kiel
2012Industriepraktikum bei der Lufa-ITL GmbH
2013-2015Master-Studium Wirtschaftschemie, Christian-Albrechts Universität zu Kiel
seit 2015Promotion, Christian-Albrechts Universität zu Kiel, Arbeitskreis Prof. Stock; Schwerpunkt: Metall-organische Gerüstverbindungen

sonstige Tätigkeiten & Erfahrungen
studentische Hilfskraft; Kassenwart JungChemikerForum Kiel, Bundesvorstand JungChemikerForum

Wo sind Sie vor Ihrem Studium mit der Chemie in Berührung gekommen?
Warum haben Sie sich dazu entschieden, Chemie zu studieren?
Gab es andere Wunsch-Studienfächer?
Mit Chemie bin ich vor dem Studium nur in der Schule in Berührung gekommen, dort konnte mich meine Lehrerin aber mit Chemie sehr begeistern. Als dann die Frage aufkam, was ich studieren will, schwankte ich zwischen einem Chemiestudium und Geschichte bzw. Archäologie. Auf Grund der besseren Jobchancen und dass ich mir nicht wirklich vorstellen konnte, was ich am Ende mit Geschichte machen kann, habe ich mich dann für Wirtschaftschemie entschieden.

Wo haben Sie Informationen über Universitäten und andere Aspekte bezüglich des Studiums gesucht und gefunden? Welche Kriterien haben Sie bei der Auswahl der Universität betrachtet?
Es gab so einen Studienführer, den habe ich durchgeblättert und bin dort auf Wirtschaftschemie gestoßen. Diesen Studiengang gab es nur an fünf Universitäten, was die Auswahl schon mal stark eingrenzte. Am Ende habe ich mich dann für Kiel entschieden, weil es in Schleswig-Holstein zu diesem Zeitpunkt keine Studiengebühren gab und Kiel direkt an der Ostsee liegt. Die Entscheidung hatte also eher was mit dem Umfeld als mit der Universität zu tun.

Was war die größte Herausforderung in den ersten Semestern?
Wie lief ein typischer Tag im Chemiestudium ab?
Die Koordination der chemischen und der betriebswirtschaftlichen Module. Teilweise war nicht alles perfekt aufeinander abgestimmt, was auch schwierig ist. Zudem verlangen die beiden Fächer Chemie und BWL/VWL doch ganz andere Aspekte von einem, was man erstmal verstehen muss. Ein typischer Tag begann meistens mit Vorlesungen, nachmittags ging es dann ins Praktikum. Nebenbei mussten Protokolle geschrieben und Übungen gemacht werden. Auf Grund der unterschiedlichen Veranstaltungsformen Vorlesung, Übung und Praktikum waren die ersten Semester nicht einfach, da jeder erwartet, dass alles gut gemacht wird.

Welche Schwerpunkte haben Sie in Ihrem Studium/Promotion gesetzt und warum? Was gefiel Ihnen besonders gut?
Im Studium lag mein Schwerpunkt im volkswirtschaftlichen Bereich in der Mikroökonomik, weil in der VWL im Gegensatz zur BWL sehr viel mit Mathematik erklärt wird und in meinen Augen weniger auswendig gelernt werden muss, was mir mehr liegt. In der Chemie habe ich mich schnell auf die Anorganische Chemie konzentriert. Zum einen liegt mir dieser Bereich besser, zum anderen finde ich ihn auch spannender und komplexer, was die Vielfalt an möglichen Edukten, Synthesemöglichkeiten oder analytischen Methoden liegt.

Welche Zusatzqualifikation erachten Sie als wichtig? (Auslandserfahrung, Weiterbildung…)
Auslandserfahrung wird immer als erstes genannt und ist sicherlich auch wichtig, aber ich denke viel wichtiger wäre ein Industriepraktikum während des Studiums als ein Semester ins Ausland zu gehen. Das Arbeiten an Universitäten unterscheidet sich doch stark von dem Arbeiten in der Industrie und das schon mal kennenzulernen, kann nicht schaden. Ab Master oder Promotion sollte man Konferenzen besuchen, um mit anderen Wissenschaftlern Erfahrungen auszutauschen.

Sie haben nach Ihrem Masterabschluss direkt mit der Promotion begonnen. Mit welchen Vorstellungen/Wünschen war dieser Schritt verbunden?
Innerhalb der Masterarbeit habe ich schon an meinem späteren Promotionsthema gearbeitet. Als ich dann den Vertrag unterschrieben habe, ist mir ein großer Stein vom Herzen gefallen, denn am Anfang meines Studiums war dies nie mein Ziel gewesen und dran geglaubt hätte ich manchmal auch nicht. Nun kann ich aber das machen, was mir wirklich Spaß macht, und ich werde dafür auch noch bezahlt. Es gibt zwar auch nun noch Zeiten, wo es stressig ist im Labor, aber man muss keine Klausuren mehr schreiben oder mit seinen Präparaten im Praktikum fertig werden. Das war, was ich mir vorgestellt habe.

Was sind nach Abschluss Ihrer Promotion die nächsten Laufbahnschritte?
Ein wirklicher Plan existiert noch nicht. Noch möchte ich mir gern die Möglichkeit aufrechterhalten, einen PostDoc zu machen, vielleicht in Schottland oder England. Ich kann mir aber auch gut vorstellen, direkt in die Industrie zu gehen. Mal schauen, was die Zeit bringt.

Welche Tipps geben Sie Studienanfängern für ihren Start mit auf den Weg?
Dran bleiben und die Zähne zusammenbeißen. Das Studium ist nicht immer einfach,  aber wenn man es wirklich will, dann schafft man es auch. Zudem nicht an anderen orientieren. Lerngruppen können hilfreich sein, aber jeder lernt auch anders. Was man aber auch nicht vergessen sollte, ist sich zwischendurch mal zu entspannen. Man sollte die Zeit des Studiums auch genießen!

Torsten John, Doktorand Uni

Copyright Foto: Jelena Lazic

Torsten John
Doktorand Universität

Lebenslauf
2009Abitur
2009-2012Bachelor-Studium Chemie, Universität Leipzig
2012-2015Master-Studium Chemie, Universität Leipzig  Auslandsaufenthalte an Monash University, RMIT University und The University of Queensland in Australien
seit 2015Promotion, Universität Leipzig und Leibniz-Institut für Oberflächenmodifizierung; Schwerpunkt: Biophysikalische Chemie

Sonstige Tätigkeiten & Erfahrungen
Industriepraktikum (SKW Stickstoffwerke Piesteritz, Wittenberg); Forschungspraktikum (Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung, Leipzig); studentische Hilfskraft (Monash University, Australien)

Wo sind Sie vor Ihrem Studium mit der Chemie in Berührung gekommen?
Warum haben Sie sich dazu entschieden, Chemie zu studieren?
Gab es andere Wunsch-Studienfächer?
Bereits als Kind und Schüler interessierten mich Naturphänomene. Ich wollte wissen, wie ein Regenbogen entsteht oder warum die Wäsche in der Waschmaschine sauber wird. Am Gymnasium hatte ich dann gute Chemielehrer, die mich auf Wettbewerbe und später die Chemieolympiade aufmerksam machten. Spätestens in der Oberstufe wurde mir klar, dass ich eine Naturwissenschaft studieren möchte. Ich schwankte zwischen Chemie, Biochemie und Physik und entschied mich schließlich für Chemie. Heute promoviere ich in der biophysikalischen Chemie und arbeite fast täglich mit Biochemikern und Physikern zusammen.

Wo haben Sie Informationen über Universitäten und andere Aspekte bezüglich des Studiums gesucht und gefunden? Welche Kriterien haben Sie bei der Auswahl der Universität betrachtet?
Die Wahl der Universität fand ich schwieriger als die Wahl des Studienfaches. Damals gab es in einigen Bundesländern noch Studiengebühren. Leipzig wurde mir von Bekannten und Alumni der Universität empfohlen. Ich habe die Entscheidung nicht bereut. Wir haben eine gute Lehre und die Stadt ist ein toller Ort zum Leben. Jede Universität hat natürlich ihre Forschungsschwerpunkte, aber ich wusste erst nach dem Bachelorstudium, welche Bereiche mich besonders interessieren und dann kann man immer noch die Universität wechseln. Die Universität Leipzig hat es mir außerdem ermöglichst, große Teile meines Masterstudiums im Ausland zu absolvieren.

Was war die größte Herausforderung in den ersten Semestern?
Wie lief ein typischer Tag im Chemiestudium ab?
Die ersten Studiensemester waren die härtesten, weil man sich an das Studium gewöhnen muss und alle zunächst auf den gleichen Stand gebracht werden müssen. Ein Chemiestudium erfordert Durchhaltevermögen, und man muss dafür motiviert sein. Eine Herausforderung sind die vielen Praktika, teilweise in den Semesterferien und das Erstellen der Protokolle an den Wochenenden oder Abendstunden.

Welche Schwerpunkte haben Sie in Ihrem Studium/Promotion gesetzt und warum? Was gefiel Ihnen besonders gut?
Ich erkannte schnell, dass mir Biochemie und physikalische Chemie die größte Freude bereiten. Zwischen diesen Fächern hatte ich auch bei der Wahl des Studienfaches geschwankt. Im Masterstudium besuchte ich deshalb Vorlesungen an der Biochemie- und Physik-Fakultät. Ich finde es spannend, biologische Prozesse auf molekularer Ebene und mit physikalischen Parametern zu beschreiben.

Welche Zusatzqualifikation erachten Sie als wichtig? (Auslandserfahrung, Weiterbildung…)
Ich finde es wichtig, dass man neben dem Studium etwas nach rechts und links schaut. Ein Engagement im Fachschaftsrat, dem JungChemikerForum oder in anderen studentischen Vereinigungen hilft sich neben dem Fachwissen weiterzuentwickeln. Ich war mehrfach während des Studiums in Australien und während jeder dieser Aufenthalte habe ich viel für meine Persönlichkeit mitgenommen. Praktische Erfahrungen in einem Unternehmen sind für den Berufsstart auch eine gute Sache.

Sie haben nach Ihrem Bachelor-/Masterabschluss direkt mit dem Master/der Promotion begonnen. Mit welchen Vorstellungen/Wünschen war dieser Schritt verbunden?
Für eine verantwortungsvolle Aufgabe in der Wissenschaft oder Industrie ist ein Masterabschluss notwendig; oftmals auch die Promotion. Deshalb war für mich der nahtlose Übergang von Bachelor-, Master- und Promotionsstudium sehr wichtig. Gleichzeitig sollte man das Masterstudium individuell nach den eigenen Interessen gestalten und sich im Ausland oder im JungChemikerForum oder anderswo ausprobieren und engagieren.

Was sind nach Abschluss Ihrer Promotion die nächsten Laufbahnschritte?
Ich habe natürlich einen Plan A und Plan B für die Zeit nach der Promotion, aber ich nehme Chancen, die mir gegeben werden, gerne an. Es sind noch mindestens zwei Jahre bis zu meinem Abschluss und in dieser Zeit kann sich viel verändern. Man sollte alles daran setzen, die besten Voraussetzungen für möglichst viele Optionen zu erfüllen.

Welche Tipps geben Sie Studienanfängern für ihren Start mit auf den Weg?
Wenn Ihr motiviert seid und Chemie studieren wollt, dann bleibt dabei. Lasst Euch von den ersten Studiensemestern nicht unterkriegen, sondern strengt Euch an und zeigt gute Leistungen. Mit der richtigen Motivation, einem naturwissenschaftlichen Verständnis, Durchhaltevermögen und Freude an Laborarbeit meistert Ihr das Studium sicher. Außerdem werdet Ihr viele tolle Erlebnisse in den Praktika haben, wenn Eure Reaktion funktioniert hat oder sich der Inhalt Eures Reagenzglases bunt färbt.

Alexander Lotz, Lehrer

Copyright Foto: Alexander Lotz

Studienrat (StR.) Alexander Lotz
Lehrer für Biologie und Chemie

 

Lebenslauf
2002Abitur
2003-2008Studium der Biologie, Chemie und Erziehungswissenschaften, Humboldt-Universität zu Berlin
2008-2010Referendariat am Barnim-Gymnasium Berlin-Lichtenberg
2010-2014Studienrat für Biologie und Chemie, Goethe-Gymnasium Frankfurt am Main
2014-2016Studienrat für Biologie und Chemie, Flatow-Oberschule, Berlin-Köpenick
seit 2016Studienrat für Biologie und Chemie an der Carl-von-Ossietzky-Gemeinschaftsschule, Berlin-Kreuzberg

sonstige Tätigkeiten & Erfahrungen
mehrjähiger Vorsitz und Mitarbeit in ABqueer e.V., Berlin; Teilnahme an Trainings zur Diversity-Kompetenz und über „Standpunkte gegen Rechtsextremismus, Antisemitismus und Homophobie“, langjähiges Engagement in der AG Schwule Lehrer der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) Berlin; Fachseminarleiter für Biologie am 4. Schulpraktischen Seminar Berlin-Treptow-Köpenick; Engagement in der GDCh-Fachgruppe Chemieunterricht (AG Bildungsstandards)

Wo sind Sie vor Ihrem Studium mit dem Fach Chemie in Kontakt gekommen?
Ich hatte in der Schule einen Grundkurs Chemie. Der Unterricht hat mich interessiert, ich hatte Erfolg und gute Noten. Es fiel mir leicht Reaktionsgleichungen aufzustellen, chemische Phänomene auf der Teilchenebene zu betrachten, Massen, Stoffmengen, pH-Werte, Volumina usw. zu berechnen. Mein Biologieunterricht in der Oberstufe war ebenfalls sehr „chemielastig“. Biochemie hat mich fachlich interessiert.

Warum haben Sie sich dazu entschieden, Lehramt Chemie zu studieren?
Ich wollte schon in der Schule gerne Lehrer werden. In meiner Familie war es jedoch nicht so ein beliebter Beruf. Deshalb wollte ich zunächst Biochemie oder Medizin studieren. Während des Zivildienstes bekam ich schnell mit, dass Arzt nicht mein Beruf sein würde. Durch Infoveranstaltungen an der Uni merkte ich auch, dass das Forschen mich nicht als Berufsbild ansprach. Deshalb fühlte ich mich bestärkt, meinen eigentlichen Berufswunsch, Biologielehrer, zu verwirklichen. Da ich ein zweites Fach benötigte, lag Chemie auf der Hand, denn darin war ich in der Schule schon gut und außerdem glaubte ich, Chemie gut erklären zu können.

Wo haben Sie Informationen über Universitäten und andere Aspekte bezüglich des Studiums gesucht und gefunden?
Internetauftritt, Studieninformationstage und -beratung der Unis, Gespräche mit Freunden und Bekannten, die bereits studierten bzw. studiert hatten.

Welche Kriterien haben Sie bei der Auswahl der Universität betrachtet?
Ich wollte in Berlin studieren, hatte von allen Unis eine Zusage und habe dann an der Humboldt-Universität angefangen, weil sie mitten in der Stadt lag. Ich bin weder danach gegangen, welche Ausstattung, welche Ausbildungskonzepte noch welche Bewertung o. ä. die Uni bzw. die für mich relevanten Fächer hatten. Das würde ich aus heutiger Sicht anders machen. 

Was war die größte Herausforderung in den ersten Semestern?
• Vereinbarkeit von Studium und dessen Finanzierung
• Auswahl der passenden Lehrveranstaltungen im Teilstudiengang Erziehungswissenschaften
• Lernstrategien entwickeln, um Verständnis zu entwickeln statt nur stur auswendig zu lernen

Wie lief ein typischer Tag im Studium ab?
Ich hatte in der Regel bereits morgens um Acht eine Lehrveranstaltung in Biologie. Für viele Vorlesungen, Übungen, Praktika etc. musste ich in der Mittagspause zwischen Berlin-Mitte und Berlin-Adlershof  pendeln. Zusätzlich zu den Veranstaltungen von Biologie und Chemie hatte ich noch Lehrveranstaltungen in Erziehungswissenschaften. Die konnte ich leider nicht nach meinen Interessen auswählen, sondern danach, wie sie am besten in den Stundenplan passten, denn oft lagen die Veranstaltungen der Erziehungswissenschaften parallel zu denen der Naturwissenschaften. Abends war ich dann arbeiten, schwimmen oder habe mich ehrenamtlich in einem Verein betätigt. Später entzerrte sich mein „Stundenplan“ etwas. Allerdings hatte ich wegen der unterschiedlichen Fächer nie eine Lerngruppe, wie sie für Studierende des Diplom-Studiengangs Chemie typisch war. Ich sehe das rückblickend mit gemischten Gefühlen.

Welche Unterschiede hat das Lehramtsstudium zum fachwissenschaftlichen Studium?
Auf diese Frage kann ich nur schwer eine Antwort geben, da ich ja nur das Lehramtsstudium gemacht habe und kein Diplomstudium. Ein Großteil der fachwissenschaftlichen Veranstaltungen, die die Lehramtsstudierenden belegen mussten, war ausschließlich für sie gedacht. Zudem gab es noch Unterschiede zwischen den einzelnen Lehramtsstudierenden. Bei mir war Chemie „nur“ Zweitfach: Das bedeutete, dass ich insgesamt nur 60 Semesterwochenstunden (SWS) Chemie studiert habe, Biologie dagegen mit 80 SWS. Im Nachhinein habe ich das Gefühl, dass ich zu wenig darüber erfahren habe, was naturwissenschaftliche-chemische Erkenntnisgewinnung bei Schülern bedeutet. Es reichte zwar für eine gute Staatsprüfung, aber vieles für die Entwicklung der naturwissenschaftlichen Kompetenz bei Schülern habe ich erst gelernt, als ich unterrichten musste.  

Welche Schwerpunkte haben Sie in Ihrem Studium gesetzt und warum?
Meinen Schwerpunkt habe ich dann auf die Didaktik gesetzt, insbesondere in der Biologiedidaktik. Das resultierte nicht daraus, dass ich mir die Fachwissenschaft nicht zugetraut hätte oder meine Motivation dazu verloren hätte. Meine Didaktik-Professoren vermittelten, warum wir uns mit den Inhalten in den Lehrveranstaltungen auseinandersetzten, warum dies ein vertieftes Verständnis von didaktischem Denken förderte und wieso das bedeutsam für mein künftiges berufliches Tun und Handeln sein wird. Ich habe dann meine Abschlussarbeit in der Biologiedidaktik geschrieben, weil Biologie mein „Erstfach“ war. In der Chemiedidaktik hätte ich gar nicht schreiben können. Dass ich zu Beginn des Studiums durch das Ankreuzen von 80 SWS bzw. 60 SWS eine derart folgenreiche Entscheidung treffen würde, war mir nicht bewusst gewesen.

Welche Zusatzqualifikation erachten Sie als wichtig?
Ich glaube, dass ein angehender Chemielehrer erst einmal keine Zusatzqualifikation benötigt, die sie oder er außerhalb der Uni erwerben muss. Das Studium sollte ein breites und durchdachtes Angebot bereitstellen, die notwendigen Kompetenzen zu erwerben. Dazu gehört natürlich in erster Linie ein grundlegendes Verständnis von Konzepten, wie die Chemie die Welt erklärt. Man sollte im fachwissenschaftlichen Teil nicht nur Stoffe, Reaktionen, Teilchenmodelle, Mathematisierungen usw. kennenlernen. Um die Schüler später für die Chemie begeistern zu können, muss ein angehender Lehrer sich in den Berufsfeldern der Chemie auskennen und darin, was Chemiker heutzutage erforschen und warum.

Welche Tipps geben Sie Studienanfängern für ihren Start mit auf den Weg?
Ich kann, wie gesagt, nur für das Lehramtsstudium und aus meiner persönlichen Erfahrung heraus sprechen. Ich würde Studienanfängern raten, sich rechtzeitig zu informieren und sowohl die Studienberatung der fachwissenschaftlichen und fachdidaktischen Abteilungen als auch die studentische Beratung zu nutzen. Guckt euch die Lehrangebote an und überlegt, ob euch das etwas sagt. Fragt nach, wie die Vorlesungen, Praktika und Seminare gestaltet sind. Welche Lernatmosphäre herrscht am Institut? Geht es nur um Wissen und Abtesten oder bestehen Möglichkeiten zum Erwerb eines vertieften Verständnisses von Chemie in einer lernfreundlichen Umgebung. Bringt in Erfahrung, welche Anerkennung die Fachdidaktik genießt. Die Chemie ist eine komplexe und abstrakte Wissenschaft. Gleichzeitig hat sie so viele tolle Momente. Mit wenigen Konzepten lässt sich sehr viel erklären. Chemische Phänomene lösen Begeisterung aus, sind aber auch mit großer Verantwortung verbunden. Ich habe gelernt, für die Chemie zu brennen! Lasst euch nicht entmutigen von vermeintlichen Misserfolgen. Sucht euch Lerngruppen, besorgt euch gute Lehrbücher. Aber nehmt euch auch Zeit für andere Dinge. Das Studium ist eine tolle Zeit, in der man seinen Horizont so weit erweitern kann wie nur noch selten in der Zukunft. Und das Schönste ist, dass man in der Regel selbst darüber entscheiden kann.

Stefanie Dehnen, Professorin

Copyright Foto: Dr. Eliza Leusmann

Prof. Dr. Stefanie Dehnen
Professorin für anorganische Chemie

Lebenslauf
Prof. Dr. Stefanie Dehnen studierte und promovierte an der Universität Karlsruhe (jetzt Karlsruher Institut für Technologie KIT). Nach Ihrer Habilitation arbeitete sie für kurze Zeit als Dozentin an der Universität Karlsruhe. Seit 2006 ist sie W3-Professorin für anorganische Chemie an der Philipps-Universität Marburg. Sie ist verheiratet und hat vier Kinder.

Warum haben Sie Chemie studiert?
Als das Ende meiner Schulzeit näher rückte, entwickelte sich der Wunsch, Chemie zu studieren. Der Auslöser war neben der Belegung eines Leistungskurses in diesem Fach die Gegenwart von Freunden, die auch Chemie studierten oder dies vorhatten, denn Interessen hatte ich seinerzeit auf verschiedenen Gebieten. Schnell wurde mir allerdings bewusst, wie gut der Entschluss war – ich zweifelte trotz des durchaus anspruchsvollen und zeitintensiven Studienplans keine Sekunde an der Richtigkeit meiner Wahl und dem Glück, in diesem für uns grundlegenden, umfassenden und interdisziplinären Fach ausgebildet zu werden.

Was ist das Besondere an einem Chemiestudium und den Berufen in der Chemie?
Ich habe besonders genossen, dass man während des Studiums immer auf den bis dahin vorhandenen, zunächst rudimentären Kenntnissen aufbaut, und dass so der Stoff Jahr für Jahr tiefer verständlich und das Wissen fester verankert wird. Auch Quervernetzungen der Fachgebiete untereinander und zu Nachbardisziplinen haben mich fasziniert. Ich hatte stets das Gefühl, „die“ zentrale Naturwissenschaft zu studieren. Ähnlich fundamental und zugleich breit gefächert zeigt sich auch das Berufsbild eines Chemikers. Von technischen Berufen wie Laborant oder Chemotechniker und Lehrtätigkeiten an allgemeinbildenden oder fachlich spezialisierten Schulen über Forschung in der chemischen oder pharmazeutischen Industrie bis hin zu Forschung und Lehre an renommierten Forschungsinstituten oder Hochschulen ist für alle Ausbildungsstufen etwas Chemisches dabei.

Warum haben Sie sich für die Karriere als Professorin entschieden?
Ich selbst hatte nie das Ziel, in der Industrie zu arbeiten; dies wurde schon durch meine private Situation nahe gelegt, da seit dem Abschluss des Studiums bereits ein Kind dabei war und nach der Promotion zwei, deren Betreuung sich im Rahmen der zeitlich flexibleren Arbeitszeitregelung während einer Habilitation wesentlich einfacher bewerkstelligen ließen als mit einer festgelegten und zeitweilig erbarmungslosen Arbeitszeit am Anfang einer Industriekarriere. Abgesehen davon wollte ich frei sein in der Entscheidung, was und wie ich forschen wollte – was sich in der Industrie nicht so einfach realisieren lässt. Als ich am Ende der Promotion von meinem Doktorvater aufgefordert wurde, darüber nachzudenken, ob ich nicht an der Hochschule bleiben wollte, war die Entscheidung daher praktisch schon gefallen.

Was mussten Sie leisten, um Professorin zu werden?
Die Jahre der ersten eigenen Forschungstätigkeit, die der Habilitation* vorangehen, waren eine sehr gute Zeit. Mein Mentor ließ mir sehr viele Freiheiten, gab aber auch Tipps für den Fortgang der Karriere. So konnte ich vieles lernen und mich wissenschaftlich freischwimmen. Für diese Zeit der akademischen Weiterentwicklung halte ich es allerdings auch für sehr wichtig, neben der Forschung genug Lehrererfahrung zu sammeln. Die Lehrerfahrung wird bei Bewerbungen auf Professuren schließlich auch vorausgesetzt. Ich hatte das Glück, dass zeitgleich mehrere Habilitanden und Privatdozenten im Fach Anorganische Chemie an unserem Institut zugegen waren. So konnte man in der Lehre mitwirken, wurde aber nicht über die Maßen damit belastet. Was während dieser Ausbildungsstufe zumindest in meinem Fall etwas zu kurz kam, war die Vorbereitung auf administrative Tätigkeiten, sodass man zu Beginn der Hochschullehrertätigkeit dann recht harsch mit den unbekannten Aufgaben konfrontiert wurde. Meinen eigenen Habilitanden empfehle ich daher die Mitarbeit in Kommissionen – schon, um den Berufungsvorgang rechtzeitig kennen zu lernen.

Was machen Sie als Chemie-Professorin? Was ist das Besondere an Ihrem Beruf?
Meine Arbeitsgruppe und ich forschen auf dem Gebiet der Anorganischen Chemie, mit Schwerpunkt auf Verbindungen mit binären oder ternären anorganischen Gerüststrukturen. Das können Cluster oder unterschiedlich ausgedehnte Netzwerke sein, die anionisch sind oder funktionale organische Liganden tragen. Ausgangspunkt sind dabei in der Regel binärer Aggregate schwerer Hauptgruppenelemente der 13.-16. Gruppe, die wir mit weiteren Komponenten umsetzen. Die Produkte der Reaktionen sind für uns nicht nur strukturell interessant und sehr ästhetisch, sondern erlauben Einblicke in ungewöhnliche Bindungssituationen und zeigen mitunter auch nützliche Eigenschaften – extreme nichtlinear optische Eigenschaften, Lithium-Ionenleitfähigkeit oder Aktivierung kleiner Moleküle. Mich begeistert an meinem Beruf aber nicht nur dieser Aspekt, sondern die Kombination dieser äußerst spannenden Aufgabe mit der Tatsache, immer mit jungen, neugierigen und hochmotivierten Menschen zu tun zu haben und zusammenarbeiten zu dürfen. Ich liebe es, Studenten und Mitarbeiter mein Wissen und meine Erfahrung weiterzugeben, aber ich genieße es genauso, von ihnen zu lernen, was regelmäßig vorkommt. Der zwischenmenschliche Teil meiner Arbeit nimmt einen großen Raum ein – darin unterscheidet sich der Beruf einer Hochschullehrerin nicht wesentlich von dem eines Lehrers. Man gibt eben eher Tipps zur Karriereplanung oder auch der Vereinbarung von Beruf und Familie als Tipps zur Berufswahl.

Wie vereinbaren Sie Ihren Beruf als Professorin mit Ihrer Familie?
Ganz einfach: nicht alleine! Nur durch die Kooperationsbereitschaft meines Mannes, der habilitierter Quantenchemiker ist und ebenfalls eine Forschungsgruppe leitet, in Verbindung mit dessen ebenfalls flexibler Arbeitszeitgestaltung und der Unterstützung unser beider Mentoren in der Ausbildungszeit war es möglich, dass wir neben unserer Karriere vier Kinder zur Welt brachten (inzwischen 22, 18, 15 und 6 Jahre alt). Obgleich unser Familienmittelpunkt in Karlsruhe liegt, können mein Mann und ich sowohl der Familie als auch unseren Arbeitsgruppen und Institutionen genügend Zeit und Aufmerksamkeit schenken. Man muss allerdings einen gehörigen Organisationsaufwand treiben, benötigt natürlich auch die Hilfe von Dritten (Großeltern, Babysitter, Tagesmütter, Kindergärten, Kitas…). Aber die Alternative, keine Familie zu haben, wäre für mich indiskutabel gewesen.

Welche Tipps geben Sie Studienanfängern für ihren Start mit auf den Weg?
Studienanfängern rate ich immer dreierlei. Erstens: Hört auf Eure innere Stimme – studiert, was Euch begeistert und wählt in Eurem Studienfach solche Spezialrichtungen, die Ihr faszinierend findet, nicht solche, mit denen man hinterher gerüchteweise viel Geld verdient oder die sich im Lebenslauf gut machen. Gleiches gilt für den Studienort und den Arbeitskreis, dem Ihr Euch für Vertiefungspraktika oder wissenschaftliche Arbeiten anschließt. Der Grund ist einfach: Wenn man etwas sehr gerne macht, ist man darin gut und hat während der persönlich und fachlich wichtigen Zeit der Doktorarbeit nicht nur Spaß an der Arbeit, sondern auch Erfolg. Zweitens: Seid fleißig und aufgeschlossen! Weder für Euch noch für die Lehrenden ist es ein Vergnügen, wenn Prüfungen unter dem Motto „dabei sein ist alles“ stattfinden, und eine Seite von der vermeintlichen Stofffülle erdrückt wird, während die andere Seite feststellt, dass der Begeisterungsfunken in den Vorlesungen nicht übergesprungen ist. Ihr solltet frühzeitig die großen Zusammenhänge durchdringen – und das gelingt nur mit fundiertem Basiswissen. Kleiner Vergleich: Um sich in einer Fremdsprache unterhalten zu können, muss man zuerst Vokabeln lernen; in der Chemie muss entsprechend nach dem ersten Studienjahr das Periodensystem mit allen Trends sitzen. Und Drittens: Lasst Euch nicht von einem langen Studium (inklusive Promotion ca. acht Jahre) davon abhalten, auch die persönliche Lebensgestaltung anzugehen. Familie und Beruf lassen sich vereinbaren – auch, oder besonders, wenn man früh genug damit anfängt. Wer dies auf den Zeitpunkt einer sicheren Karrierestufe verschiebt, wird darüber unter Umständen recht alt.

* Habilitation: Die Habilitation ist die höchstrangige Hochschulprüfung in Deutschland, mit der im Rahmen eines akademischen Prüfungsverfahrens die Lehrbefähigung in einem wissenschaftlichen Fach festgestellt wird. Der Bewerber muss nachweisen, dass er sein Fach in voller Breite in Forschung und Lehre vertreten kann. Die Habilitation ist oft ein entscheidender Faktor, um auf eine Professur berufen zu werden.

Berufsbilder in der Chemie


Die Broschüre des GDCh-Karriereservice enthält zahlreiche Beiträge von Chemikern aus Industrie, öffentlichem Dienst und Hochschule, die über ihr Arbeitsgebiet berichten. Ein Überblick über den Arbeitsmarkt für Chemiker und über wichtige Internetadressen runden die Broschüre ab. 

www.gdch.de/berufsbilder

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